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Von Alaska nach Feuerland
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2007-02-20 Von Alaska nach Feuerland - Peru
Aktualisiert: 2007-07-24   BILDER

Cusco - Puno 27.1. - 19.2.2007 wir hatten kein Glueck und dann kam auch noch Pech dazu

Ingeborg konnte nach vier Tagen das Spital in Cusco wieder verlassen, wir mussten aber noch weitere drei Tage in der Stadt bleiben, da sie nochmals zur Kontrolle hin musste, die jedoch lediglich aus einem freundlichen Haendedruck bestand.

So konnten wir nach neun Tagen Cusco endlich verlassen und fuhren durch wohl eine der schoensten Landschaft von Peru und erreichten die Stadt Puno am Titikakasee auf 3830m.
Am naechsten Tag machten wir eine Bootsfahrt zu den Isla de los Uros, den schwimmenden Inseln. Diese sind aus Schilf gebaut und mit Steinen am Seegrund verankert und koennen bei Bedarf, bei Festen oder aehnlichem, zusammengeschlossen und wieder getrennt werden. Auch die Huetten darauf sind aus dem gleichen Material und ebenfalls mobil und koennen auf jeden Punkt der Insel versetzt werden. Alles bewegt sich wenn man auf der Insel herumlaeuft.
Die Leute dort ernaehren sich fast ausschliesslich von den winzigen Fischen aus dem See und auch das Schilf ist essbar, schmeckt aber nach garnichts.
Man hat in der Vergangenheit versucht groessere Fische anzusiedeln, die sind aber mit der Zeit auch immer kleiner geworden, was, wie man vermutet an dem geringen Sauerstoffgehalt des Wassers gelegen ist.

Heute leben die Leute dort wohl ausschliesslich von den Touristen, die taeglich scharenweise die Inseln besuchen. So bleibt wenigstens die Tradition der schwimmenden Inseln erhalten.

Eine zweieinhalb stuendige Bootsfahrt brachte uns dann auf die Isla de Taquile, wo die Menschen sehr abgeschieden von allem ohne Strassen und Verkehr im Einklang mit der Natur und den Touristen leben.
In Peru befindet man sich staendig entweder im Nichts oder in einem Touristenzentrum.

Am naechsten Morgen starteten wir im stroehmenden Regen und fuhren aus der Stadt hinaus.
Weit sind wir allerdings nicht gekommen, denn nach nur 7km gab die Wasserpumpe von Ingeborgs 650er ihren Geist auf und so begann fuer uns die unendliche Geschichte von Puno.
Stueck fuer Stueck fuhren wir in die Stadt zurueck und mussten immer wieder stehen bleiben um den Motor abkuehlen zu lassen. Der Regen hat dabei kraeftig mitgeholfen. Wir fanden eine Hospedaje am Stadtrand mit Innenhof und wieder einmal sehr, sehr schmalem Eingang. Nachdem der freundliche Vermieter das Reklameschild am Eingang abmontiert hatte kamen wir mit den Motorraedern hinein.

Wir telefonierten mit der halben Welt ( Sued- und Nordamerika und Europa ) wegen einem Ersatz und fanden dann schliesslich das passende Teil in San Diego, USA, wo es lagernd war und sie wollten es auch noch gleich am selben Tag mit UPS losschicken und es sollte in ca. fuenf Tagen in Puno sein.
Inzwischen suchten wir eine Werkstatt die uns das Teil dann auch einbauen kann. In Puno gibt es zwar eine Menge Automechaniker aber keine fuer Motorraeder, aber in Juliaca, ca. 45km Richtung Norden.
In Puno gibt es einige Polizisten auf Motorraedern und wir fragten einen, wo er sein Motorrad reparieren laesst und er brachte uns zu einem kleinen Innenhof, vollgestopft mit Mopeds aus China und ein paar Hondas XL, die meisten dienen als Ersatzteillager und auch ein paar Polizeimotorraeder standen herum und dazwischen ein bischen Werkzeug. Es sah alles sehr chaotisch aus, aber wir hatten irgendwie Vertrauen in das Bruederpaar, dass den Laden betreibt, organisierten einen Pickup und brachten die 650er hierher.
Jetzt musste nur noch das Ersatzteil eintreffen. Die Tage vergingen und wir latschten zwei mal am Tag zur Post, die wir als Adresse angegeben hatten, aber nichts kam.
Auf der UPS-Seite im Internet sahen wir, dass das Teil seit Tagen in Lima war und sich nicht bewegte. Der Zoll machte Probleme.
Unzahlige Telefonate und e-mails folgten.
Wir bekamen Formulare zugesand, die wir nicht verstanden und mussten diese ausgefuellt mit nichtfunktionierenden Faxgeraeten an nichtexistierende Faxnummern senden.
Wir hatten unterwegs einmal die Telefonnummer von einem deutschen Paar bekommen, die in La Paz, Bolivien, leben sollen und riefen dort an um sie um Hilfe zu bitten. Die waren aber schon vor zwei Jahren fortgezogen und schlussendlich landeten wir in der Konrad Adenauer Stiftung.
Frau Dr. Maria Elena Zegada, die fliessend deutsch spricht hat uns dann auch sehr geholfen und mit Lima telefoniert, da wir mit unseren Spanischkenntnissen bei nicht cooperieren wollenden, sturen, ignoranten Beamten halt bald an unsere Grenzen stossen. Es sollte dann auch alles in Ordnung gehen und das Paket in den naechsten Tagen eintreffen.
Tat es aber nicht.
Stattdessen kam ein weiteres Mail und ein weiteres Formular und die Aufforderung auf eine angegebene Kontonummer Zoll zu einzuzahlen.
Victor, von Allways Travel in Puno, den wir ebenfalls um Hilfe baten half uns dann auch sehr und das Paket erreichte dann am 13. Februar wirklich Puno. Am 2. Februar hatte es San Diego verlassen.

Unsere Freude war gross, als wir es endlich in Empfang nehmen konnten und wir mussten es natuerlich gleich an Ort und Stelle auspacken.
Sie Gefuehle, die wir hatten als wir das Teil dann in den Haenden hielten sind unbeschreiblich.
Es war naehmlich das Falsche!

Jetzt hatten wir 50US$ fuer das Teil bezahlt, 150US$ fuer den Versand und dann nochmals 50US$ Zoll.
Zu hoffen, dass die Leute aus San Diego das zweite mal vielleicht das Richtige schicken, nochmals so viel fuer den Transport zu zahlen und dann die ganze Schlacht mit dem Zoll ein weiteres mal, dazu hatten wir keine Lust und suchten nach einer anderen Loesung.

Mit Felipe, unserem Mechaniker fuhr Tobias nach Juliaca um dort auf dem Schrottmarkt, auf dem aber auch wirklich alles und sei es noch so zusammengeflickt, nochmals verkauft wird, nach zwei passenden, kleinen Zahnraedern zu suchen vergeblich.

Wir fanden dann einen Dreher in Puno, der die zwei Zahnraeder aus Bronze nachbauen konnte.
Aber auch bei dieser Aktion wurde unsere Geduld immer wieder auf eine harte Probe gestellt. Immer wieder hies es mas tarde (spaeter) oder maana (morgen).
Schlussendlich waren dann Beide gemacht, aber das eine so schlampig, dass es ueberhauptnicht passte und wir auf ein Drittes warten mussten.

Am Sonntag den 18. Februar konnte Felipe dann endlich mit dem Einbau der beiden handgeschnitzten Teile beginnen, was sich als ueberaus schwierig herausstellte und er musste stundenlang nachfeilen.
Am Montag den 19. Februar ware dann der Einbau erledigt. Die Teile klappern furchtbar und niemand kann sagen wie weit wir damit kommen werden. Eine kurze Probefahrt haben sie wohl ueberstanden, aber ob sie wirklich bis Chile durchhalten werden oder nicht einmal bis La Paz halten werden wir sehen

Dies war jetzt eine grobe Zusammenfassung der Ersatzteilgeschichte. Sie im Deteil zu erzaehlen wuerde den Text wohl 10x so lange werden lassen.


Was ist sonst noch so passiert in Puno?

Am Sonntag den 4. Februar war der Auftakt zum zweiwoechigen Festivalls Virgen de la Candelaria. Dies ist eine Mischung aus religioesem Fest und Karnevall.
Aus dem ganzen Land kommen Blasmusikkapellen und Taenzer/innen in Trachten bzw. in Teufels- und Drachenkostuemen in die Stadt und ziehen musizierend und tanzend durch die Gassen und da geht dann wirklich die Post ab. So geht das die ganzen zwei Wochen Tag und Nacht durch.
Eine Gruppe besteht aus ca. 120 Personen und tausende Musiker und Taenzer verwandeln die Stadt in einen Hexenkessel. Der Alkohol fliesst in stroemen und so mancher der Taenzer oder Musiker kommt leicht aus dem Takt oder torkelt nur mehr mit
Toiletten gibt es so gut wie keine und so pisst jeder gerade dort hin wo er gerade steht und durch so manche Strasse fliesst ein richtiger Bach und stellenweise steht die Pisse knoechelhoch, ohne Uebertreibung.
Fast tagliche zum teil extrem heftige Gewitter haben die ganze Suppe immer wieder verduennt und weggespuelt, aber trotzdem stank es, dass es einem die Traenen in die Augen trieb

Auch in unserer Hospedaje war zu dieser Zeit einiges los, alle Zimmer belegt und der Preis um bis zu 300% gestiegen. Man wollte auch von uns einen hoeheren Preis kassieren, aber wir haben uns energisch und mit Erfolg dagegen gewehrt.
Unser taubstumme Vermieter hat ebenfalls kraeftig mitgefeiert und eine ganze Woche durchgesoffen. In dieser Zeit hat er ueberhaupt nichts gemacht und auch die anderen Gaeste, ebenfalls alle immer stockbesoffen haben dazu beigetragen, dass das einzige funktionierende WC im ganzen Haus, naja, lassen wir das
Einmal, als wir das Haus verlassen wollten standen schon einige Leute bei der Gittertuere, die immer mit einem Vorhaengeschloss verschlossen ist.
Zwei Maedchen, die sich gerade gegenseitig vollgkotzten, wollten hinein und ein paar andere Leute denen das vielleicht zu einem spaeteren Zeitpunkt bevorstand, wollten hinaus und warteten angeblich schon seit einer Stunde auf den Seor mit dem Schluessel.
Uns wurde die Sache bald zu dumm und Tobias saegte mit unserer kleinen Saege kurzerhand das Schloss durch und alle waren gluecklich

Wir haben das Fest die vollen zwei Wochen miterlebt und obwohl uns nicht immer wirklich zum feiern zu mute war wurden wir doch sehr mitgerissen von dem ganzen Treiben und unser dreiwochiger Zwangsaufenthalt hir bekam etwas Farbe.

So hoffen wir nun, dass wir am 20. Februar diese Stadt und Peru verlassen koennen und machen uns auf den Weg Richtung
Bolivien


Km: 47 982



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